Wer in der eigenen Familie vorn liegt, sieht man schnell — dafür gibt es die Rangliste am eigenen Esstisch. Spannender wird die Frage eine Etage höher: Wie gut tippt eure Familie eigentlich im Vergleich zu allen anderen? Dafür gibt es den Liga-Rang. Und weil dort eine Familie mit drei Mitgliedern gegen eine mit fünfzehn antritt, wird nicht die Summe der Punkte gewertet, sondern der Schnitt. Wie genau das gerechnet wird, steht in diesem Artikel.

Zwei Ranglisten, zwei verschiedene Fragen

Die App hat zwei Ranglisten, und sie beantworten unterschiedliche Dinge. Unter „Rangliste" stehen die Mitglieder eurer eigenen Familie, sortiert nach ihren Punkten — schlicht die Summe, ohne Nebenrechnung. Unter „Liga-Rang" treten dagegen alle Familien der App gegeneinander an. Erst dort stellt sich das Problem mit der Familiengröße, denn innerhalb einer Familie hat ja jeder dieselbe Anzahl Spiele vor sich.

Warum die Summe der Punkte nicht funktioniert

Stellt euch zwei Familien vor. Die eine hat fünfzehn Mitglieder, die andere drei. Beide tippen gleich gut, beide sind bei allen Spielen dabei. Würde man einfach alle Punkte einer Familie zusammenzählen, hätte die große das Fünffache auf dem Konto — nicht, weil sie besser tippt, sondern weil mehr Leute dieselben Spiele getippt haben. Eine Rangliste, die so rechnet, misst am Ende nur die Größe des Adressbuchs. Genau deshalb zählt im Liga-Rang der Punkteschnitt: eure Punkte geteilt durch die Zahl eurer gewerteten Tipps. Ob dieser Schnitt aus 60 oder aus 600 Tipps entsteht, spielt für den Wert selbst keine Rolle.

Der Schnitt allein reicht aber auch nicht

Der reine Schnitt hat eine Schwachstelle in die andere Richtung: Wer nur ein einziges Mal tippt und dabei das Ergebnis exakt trifft, steht bei 3,00 Punkten je Tipp — dem Höchstwert, den es überhaupt gibt. Eine Familie, die eine ganze Saison lang jeden Spieltag durchtippt, kommt da nie heran. Ein Glückstreffer wäre also mehr wert als monatelanges Mittippen. Deshalb wird der Schnitt mit der Beteiligung multipliziert:

Wertung = Punkteschnitt × Beteiligung. Die Beteiligung ist der Anteil der Spiele, bei denen eure Familie dabei war: getippte Spiele geteilt durch die Spiele, die euch zur Verfügung standen. Ein Beispiel, das die App selbst in ihren Regeln verwendet: 1,80 Punkte je Tipp bei 81 von 90 Spielen, also 90 Prozent Beteiligung, ergibt eine Wertung von 1,62. Der eine exakte Tipp aus dem Absatz davor kommt dagegen auf 3,00 × 1/90 und landet bei 0,03. Beides zusammen ergibt die Zahl, die in der Rangliste rechts neben eurem Familiennamen steht — auf zwei Nachkommastellen, mit „Wertung" beschriftet.

Ein Tipp genügt: warum Mitmachen niemandem schadet

Bei der Beteiligung werden Spiele gezählt, nicht Spieler. Ein Spiel gilt als getippt, sobald ein Familienmitglied getippt hat. Das hat zwei angenehme Folgen. Erstens ändert die Familiengröße auch hier nichts: Drei Leute können dieselbe volle Beteiligung erreichen wie fünfzehn. Zweitens kann der Onkel, der nur bei jedem dritten Spieltag vorbeischaut, der Familie nicht schaden — er belegt keinen Platz im Nenner und drückt niemandes Wertung. Mitmachen ist also nie ein Risiko, und ihr müsst niemanden zum Tippen drängen, damit die Zahl stimmt.

Auch bei Gleichstand bleibt die Rechnung größenunabhängig: Zuerst entscheidet die höhere Beteiligung, dann der Anteil exakter Tipps, zuletzt der Familienname. Absolute Trefferzahlen tauchen bewusst nirgends auf — sie hätten bei Gleichstand immer die größere Familie nach vorn gebracht.

Was ihr in der Liste seht

Gelistet werden die besten zehn Familien. Steht ihr weiter hinten, wird eure Familie zusätzlich eingeblendet, zusammen mit ihren direkten Nachbarn und einer Zeile wie „Platz 34 von 210" — ihr müsst euch also nicht durch hunderte Zeilen scrollen, um zu sehen, wo ihr wirklich steht. Eure eigene Familie ist farblich hervorgehoben und mit „(eure Familie)" markiert. Unter jedem Familiennamen stehen zwei kleine Zahlen: wie viele Mitglieder mittippen und wie viele Spiele die Familie getippt hat. Die Mitgliederzahl ist reine Information — in die Wertung fließt sie nicht ein.

Familien, die noch gar keine Punkte geholt haben, erscheinen nicht in der Liste. Hat überhaupt noch niemand gepunktet, steht dort schlicht „Noch keine Punkte vergeben" statt einer Tabelle voller Nullen.

Gesamt oder je Liga

Über der Liste liegen Umschalter: „Gesamt" vergleicht alle Familien über alle Ligen hinweg, daneben steht für jede Liga, die eure Familie spielt, ein eigener Reiter. In der Liga-Ansicht zählen nur die Spiele dieser einen Liga, und es treten auch nur die Familien an, die sie spielen. Wenn ihr also Bundesliga und Pokal gleichzeitig tippt, könnt ihr euch getrennt anschauen, wo eure Familie stärker unterwegs ist.

In der Gesamtansicht zählt jede Liga, die eure Familie je getippt hat — auch eine, die ihr später wieder entfernt habt. Das ist Absicht: Sonst wäre das Abwählen einer schlecht gelaufenen Liga ein risikoloser Trick, um die eigene Wertung zu schönen.

Nur abgepfiffene Spiele, und nichts wird abgezogen

In Schnitt und Beteiligung fließt nur ein, was fertig gewertet ist. Anstehende Spiele stehen in keiner der beiden Zahlen, laufende auch nicht — Punkte gibt es erst nach dem Abpfiff, wie wir in Live-Ergebnisse im Spielplan beschrieben haben. Und es wird nie etwas abgezogen: Wer einen Spieltag auslässt, verliert keine Punkte. Trotzdem rutscht eine Familie, die aufhört zu tippen, langsam nach unten, weil die Zahl der möglichen Spiele weiterwächst und die Beteiligung damit von allein sinkt.

Der Hinweis unter der Liste

Unter der Rangliste steht ein kurzer Satz zu eurer eigenen Beteiligung, etwa: „Ihr wart bei 74 von 90 Spielen dabei. Tippt ihr die restlichen 30 durch, steigt eure Beteiligung auf 87 %." Bewusst nach vorn formuliert — verpasste Spiele lassen sich nicht nachtippen, das vorzuhalten bringt niemandem etwas. Hat bei euch noch niemand getippt, steht dort stattdessen der Hinweis, dass schon das erste Spiel sofort zählt. Ein Platz-Versprechen macht die App dabei nicht: Wie weit ihr nach oben kommt, hängt auch davon ab, wie die anderen Familien weitertippen. Wer beim Tippen keinen Spieltag verpassen will, findet in Nie wieder einen Tipp vergessen die passende Erinnerungsfunktion.

Wer euren Familiennamen sieht

Familienname, Platzierung und Punktzahl sind für alle registrierten Nutzer der App sichtbar — dem stimmt ihr bei der Anmeldung ausdrücklich zu. Einzelne Mitgliedernamen sind davon nicht betroffen: Sie sind grundsätzlich nur innerhalb der eigenen Familie sichtbar — die Details dazu stehen in unserer Datenschutzerklärung. Wenn euch das lieber ist, nehmt für die Familie einen Spitznamen statt des echten Nachnamens; die App schlägt das im Anmeldeformular selbst vor, und ändern lässt sich der Name später jederzeit. Ideen dafür gibt es in Tippspiel-Namen: 60 Ideen für eure Familien-Liga.

Und am eigenen Esstisch?

Dort gilt die Beteiligung ausdrücklich nicht. Die Rangliste innerhalb eurer Familie sortiert allein nach Punkten, wie sie das Punktesystem vergibt: 3 für das exakte Ergebnis, 2 für die richtige Tordifferenz, 1 für die richtige Tendenz. Ein verpasster Spieltag kostet zu Hause also keinen Platz. Der Beteiligungsfaktor greift nur dort, wo Familien untereinander verglichen werden — und genau dort ist er nötig.

Kurz gesagt: Der Liga-Rang belohnt nicht die größte Familie und nicht den einen Glückstreffer, sondern die Familie, die gut und regelmäßig tippt. Zwei Dinge, die ihr beide selbst in der Hand habt.